Berga

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Die Gemeinde Berga zählt zu den ältesten Gründungen in der Goldenen Aue. Der Ortsname wird als eine „Siedlung am Berge“ gedeutet, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 985. Berga hat eine sehr interessante und bedeutsame Geschichte: Das heutige Berga setzte sich im Hochmittelalter aus den drei Siedlungen Oberberga, Unterberga und Topfstedt zusammen. Jede Siedlung hatte ihre eigene Kirche. Bis zur Reformation war in Berga der Sitz eines Erzpriesters, hier befand sich der Mittelpunkt von zwei Sedesbezirken des Helmegaues. Bis in die Neuzeit hinein waren im Ort verschiedene Adelsfamilien ansässig. Durch sie wurden Rittergüter eingerichtet, es gab im Ort außerdem eine Domäne und die Frankschen Stiftungen in Halle betrieben in Berga ein Außengut. Diese wurden im Zuge der Bodenreform zersiedelt. Ab 1826 wurde eine neue Straße angelegt (die heutige B 80), die Halle-Kasseler-Caussee. Bis dahin ging der Fernverkehr auf der südlich von Bösenrode gelegenen Heerstraße. 1877 bekam Berga mit dem Bahnhof Berga/Kelbra einen Eisenbahnanschluß. Der Straßen- und Eisenbahnbau brachte den Bewohnern neue Verdienstmöglichkeiten. Es dominierten in Berga die Landwirtschaft, die Leinewerberei und weiteres dörfliches Handwerk. Am Ende des 19. Jahrhundert entstanden eine Ziegelei und zahlreiche Knopfmacherbetriebe. Berga war also schon viele Jahrzehnte kein reines Agrardorf mehr und so setzte sich die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe bis zur Gegenwart fort. Heute ist Berga eine aufstrebende Gemeinde, die sich für eine extensive gewerbliche Entwicklung entschieden hat. Es entstanden seit der Wende zwei Gewerbegebiete, die Besiedlung des ersten ist fast abgeschlossen; viele Arbeitsplätze sind neu entstanden und die Gemeinde hofft auf weitere gute Ansiedlungen. Sehr günstige Verkehrsanbindungen über die B 80, B 85, LIO 236, die Bahnlinie Halle-Kassel sowie die in Zukunft direkte Auffahrt auf die A 38 machen u.a. den Gewerbestandort attraktiv. Die vorhandene Infrastruktur des Ortes ist gut und wurde adäquat entwickelt. Die dörfliche Struktur und Anlage des Ortes birgt viele wertvolle Bausubstanz und „Situationen zum Wohlfühlen“. Das dominierende Gebäude in Berga ist die neugotische Kirche „Peter und Paul“. Sie grüßt – bedingt durch ihren wunderbaren Standort auf dem Berg – weit in das Land hinein. Das dörfliche „Miteinander“ im Ort ist sehr gut und sehr lebendig, viele Vereine und Institutionen bieten verschiedenartigste Möglichkeiten zum Mitarbeiten und Mitgestalten des dörflichen Lebens. Berga unterhält gute und interessante kommunale Kontakte zu Orten gleichen Namens in Deutschland, Spanien und Schweden. Ortsteil Bösenrode Bösenrode ist seit 1972 Ortsteil von Berga. Der idylisch am Ausgang des Thyratales gelegene Ort wurde erstmals 1196 urkundlich erwähnt. Der Ortsname wird als die „Rodung eines Biso“ gedeutet. Bösenrode ist ein typisches Ackerbaudorf. Die wichtigsten Einnahmequellen der Bewohner waren die Landwirtschaft und das dörfliche Handwerk. Geringe Bedeutung hatten eine Töpferei im 18. Jahrhundert, eine Orgelbauwerkstatt im 19. Jh. und eine bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts bestehende Ziegelei. Kurzzeitig existierte auch eine Holzpantoffelfabrik. Die hergestellten Erzeugnisse wurden hauptsächlich auf dem Nordhäuser Markt verkauft. Mit Beginn der Industriealisierung arbeiteten die Bösenröder in den umliegenden Orten. Jedes Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen auf dem Festplatz in den Ellern statt. Ortsteil Rosperwenda Rosperwenda ist seit 1973 Ortsteil von Berga. Der Ortsname wird als „Wendendorf eines Roßbert oder Rospo (Ruspo)“ gedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt im Jahr 1270. Rosperwenda gehört zu den Siedlungen, von welchem aus die Flamen die Goldene Aue meliorierten. Wichtige Einnahmequellen der Bewohner waren Leineweberei und die Landwirtschaft. Besonders der Obstbau hat hier eine jahrhundertealte Tradition. Er war bis zum 1990 für den Ort dominierend. Noch heute prägen die „Rosperwendaer Kirschberge“ das Landschaftsbild. Bereits in den 20er Jahren wurde eine Dorfkapelle gegründet. Sie besteht heute noch und trägt den Namen „Südharz Musikanten“. Ihr Repertoire umfaßt Musik von der volkstümlichen Weise bis zu moderner Tanzmusik.