Kelbra

Blick auf den Stausee
Blick auf den Stausee

Die Stadt Kelbra liegt unmittelbar am Nordhang des Kyffhäusergebirges, wurde 1093 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine der ältesten Siedlungen in der „Goldenen Aue“. Der Name der Stadt, der 1250 „Chelvera“ geschrieben wurde, wird von seiner Lage an einem Wasser oder in einer Niederung hergeleitet.

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts besitzt der Ort das Stadtrecht. Die Grafen von Beichlingen stifteten 1251 ein Zisterzienserinnenkloster. Aus dieser Zeit stammen noch Teile der Stadtkirche St. Georgii und recht gut erhaltene Kelleranlagen. Vor der Kirche steht eine etwa tausendjährige Linde.

Das Rathaus bildet das Zentrum der Stadt und stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahre 1777. Den Nordteil ziert ein sehr schön erhaltener Ranaissanceflügel. das 1934 gestaltete Eingangsportal zeugt vom handwerklichen Können einheimischer Steinhauer. In den Jahren 2003 und 2004 wurde es grundhaft saniert und ist seit 01.01.2004 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft „Goldene Aue“.

Eine der ältesten Kirchen der Umgebung ist die Kirche St. Martini im Ortsteil Altendorf. Im Mauerwerk vereinigen sich spätromanische und gotische Bauelemente. Nach einem totalen Verfall wurde sie 1994 liebevoll restauriert und gibt heute verschiedensten Veranstaltungen eine stimmungsvolle Kulisse und ist Außenstelle unseres Standesamtes. Bemerkenswert ist ein stark verwittertes Sandsteinrelief am Eingangsportal, was wahrscheinlich die heilige Familie darstellt.

Spaziergänger können das Kyffhäusergebirge von Kelbra aus durch zwei schöne Alleen erreichen, die vor 120 Jahren angelegt wurden. Die Lindenallee besteht aus ca. 400 Linden, die Promenade verfügt über einen sehr schönen Bestand an Ziersträuchern und verschiedenen Laubbaumarten. In der Promenade befindet sich eine aus „versteinertem Holz“ gemauerte Pyramide. Diese fossilen Baumüberreste, typisch für das Kyffhäusergebirge, sind etwa 350 Millionen Jahre alt.

Der Stausee Kelbra wurde 1964 für den Hochwasserschutz errichtet und hat sich zu einem weiten Anziehungspunkt für den Tourismus entwickelt. Camper, Segler und Surfer finden ausgezeichnete Bedingungen für ihr Hobby, aber auch alle anderen Urlauber können sich auf vielfältige Weise erholen. Auf dem gut ausgestatteten Campingplatz können auch Bungalows oder Wanderhütten für Gruppen gemietet werden. Für ein abwechslungsreiches Angebot wird gesorgt.

Kelbra unterhält Städtepartnerschaften mit Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim, mit Frampton Cotterell in Südengland und Radun im Kreis Oppava in der Tschechischen Republik und leistet mit der Hilfe des Partnerschaftsvereins einen Beitrag zur europäischen Integration. Mehr als 20 Vereine bemühen sich um den sozialen Zusammenhalt und die Gestaltung der Zukunft für Einwohner und Gäste.

Die Stadt Kelbra hat sich zu einem attraktiven Wohnstandort entwickelt, so dass sich der starke Bevölkerungsrückgang der letzten Jahre durch Zuzug nicht wesentlich bemerkbar gemacht hat. Die Nähe zur neuen Autobahn A 38 Göttingen-Leipzig schafft gute Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Tourismus.

 

Im Zuge der Gebietsreform im Land Sachsen-Anhalt wurde die Gemeinde Tilleda (Kyffhäuser) ab 01.07.2009 in die Stadt Kelbra (Kyffhäuser) eingemeindet. Somit hat die Stadt Kelbra (Kyffhäuser) jetzt drei Ortteile: Tilleda (Kyffhäuser), Thürungen und Sittendorf.



Ortsteil Tilleda (Kyffhäuser)

 

Der Ort wurde als „Tullede" 1020 erstmals urkundlich erwähnt. Tilleda, zu Füßen der Kyffhäuserburg am Südrand der Goldenen  Aus gelegen, ist ein sehr alter Ort, zugehörig zur ältesten Ortsnamensschicht aus der Zeit der germanischen Landnahme um die Mitte des letzten Jahrtausends v.Chr.

 

Der Ortsteil Tilleda liegt an der Landstraße 220, die als Verbindungsstraße zwischen den Bundesstraßen B 85 (Kelbra) und B 86 (Edersleben) am Fuße des Kyffhäusergebirges den Ort durchquert. Die Königspfalz Tilleda - als Freilichtmuseum ausgebaut - ist eine besondere Sehenswürdigkeit des Ortes.

 

Das kulturelle Leben prägen in Tilleda eine Reihe von Vereinen. Weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt sind der Fanfarenzug und der Tilledaer Karneval-Club mit seinem nun seit Jahren zur Tradition gewordenen Festumzug durch den Ort.

 

Wer auf kulturgeschichtlichen Wegen wandern will, besuche unbedingt die Königspfalz auf dem Pfingstberg. Diese vollständig ergrabene und teilweise rekonstruierte Anlage ist einzigartig in Deutschland. Hier erfährt der Besucher fast alles über das Leben und die Arbeit der Menschen im Mittelalter. Mit viel Mühe, Phantasie und Kleinarbeit wurden einige Häuser so errichtet, wie so vor 1.000 Jahren genutzt wurden. Funde ermöglichten, sich eine genaue Vorstellung von der damaligen Webtechnik zu machen und eine Tuchmacherei nachzubauen. Im Jahr 972 schenkte Otto II. diese Pfalz seiner Braut Theophanu zur Hochzeit. Aus dem Jahre 1174 ist ein Aufenthalt Friedrich I. (Barbarossa) überliefert. Im Jahre 1194 versöhnte sich hier Heinrich VI. (Barbarossas Sohn) mit den Welfen Heinrich dem Löwen. Die Anlage liegt an der Straße der Romanik.


Ortsteil Sittendorf
Sittendorf wurde 1128 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war Reichsgut und kam 1290 als Reichslehen an die Grafen von Rothenburg.

Ackerbau und Schafzucht waren die vornehmlichen Erwerbsquellen. Von der spätromanischen Kirche (12. Jahrhundert) ist der Westturm mit Zeltdach und einem gekuppelten Schallfenster an der Nordseite erhalten. Das langgestreckte Schiff im inneren mit hufeisenförmiger Empore und hölzerner Decke entstammt dem 18. Jahrhundert. Neben einem schlichten barocken Kanzelaltar und einer Sandsteintaufe vom Anfang des 17. Jahrhunderts ist die geschnitzte Madonnenfigur aus einem spätgotischen Altar (um 1500) nennenswert.

Die Einwohner setzen sich engagiert für die Verschönerung ihres Ortes ein. Von 1993 bis 1998 war der Ortsteil Sittendorf im Dorferneuerungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt. Innerhalb dieses Programmes hat sich sehr viel entwickelt. So erhielten viele Bewohner Fördermittel zur Sanierung ihrer Häuser und Grundstücke. Außerdem wurden im Infrastrukturbereich die unbefestigten Straßen wie Klingelborn, Stiefelgasse, Oberweg und Herrengasse saniert.

Durch den Neubau einer Jugendherberge mit 120 Plätzen und der Errichtung einer privaten Ferienwohnanlage ist Sittendorf an der Entwicklung des Tourismus beteiligt.

Ortsteil Thürungen
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1005 als Dierungen. Das Wigbert-Patrozinium der Dorfkirche deutet auf Beziehungen zu Göllingen hin. 1277 schenkten die Grafen von Hohnstein die Kirche dem Kloster Kelbra. 1902 wurde die Dorfkirche abgebrochen und im neugotischen Stil neu errichtet. Im Jahre 1972 wurde Thürungen nach Kelbra eingemeindet.

Die Lage des Dorfes mitten in der Helmeniederung, mit gutem Boden und hohem Grundwasserstand machte die Bewohner seit Jahrhunderten bis heute zu Gemüsebauern. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Thürungen gehören zu gefragten Produkten im Landkreis und in der Region.

Seit 2003 ist der Ort trotz komplizierter hydrologischer Bedingungen durch eine Vakuumanlage an die zentrale Kläranlage angeschlossen. Im Zuge der Dorferneuerung sind weitere Infrastrukturmaßnahmen geplant.

Breite Straße mit Blick auf die Martinikirche
Breite Straße mit Blick auf die Martinikirche

Blick auf den Ortsteil Thürungen
Blick auf den Ortsteil Thürungen